Santana´s Heimseite

Wissenswertes über die Rasse

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verfügt Ungarn über mehr als 2 Millionen Pferde und belieferte die Kavallerien von ganz Europa mit Remonten. Es gibt hier einige der größten Gestüte der Welt, unter anderem das von Kaiser Joseph II. im Jahre 1785 gegründete Gestüt Mezöhegyes, in dem zeitweise über 12 000 Pferde standen.

Geschichte

Mezöhegyes war das Zentrum der Nonius-Zucht und der des mit ihm verwandten Furioso. Die Nonius-Rasse wurde mit dem Hengst Nonius senior begründet. Er wurde 1810 in Calvados in der Normandie geboren und 1813 - nach Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig - im Gestüt Rosières von der ungarischen Kavallerie erbeutet.

Nach den Unterlagen war Nonius senior der Sohn einer einfachen normannischen Stute und des englischen Halbbluthengstes Orion, der zweifelsohne Roadster-Blut hatte. Nonius senior war keineswegs ein schönes Pferd. Er maß etwa 1,61 Meter und hatte der Beschreibung nach einen groben, schweren Kopf mit kleinen Augen und langen „Eselsohren". Seine weiteren Merkmale waren ein kurzer Hals, ein langer Rücken, eine enge Beckenpartie und ein niedrig angesetzter Schweif. Dennoch war Nonius senior ein produktiver und bald auch ein sehr erfolgreicher Hengst. Er deckte viele verschiedenartige Stuten und zeugt gute Fohlen, die sein eigenes Extertieur und seine Gänge weit übertrafen. Nonius senior hinterließ nicht weniger als 15 hervorragende Hengste.

Charakteristika

Um 1860 wurden verstärkt Vollblüter eingekreuzt, um die äußere Erscheinung zu verbessern. Zu dieser Zeit unterteilte man auch die Rasse in 2 Typen, einen großen und einen kleineren. Ersteres ist ein Fahrpferd und wird vornehmlich in der Landwirtschaft eingesetzt, letzterer hat einen höheren Anteil arabischen Blutes und zeichnet sich als ein Allround-Pferd aus, daß gleichermaßen gut unter dem Sattel wie im Geschirr geht. Werden Nonius-Stuten mit Vollblütern rückgekreuzt, bringen sie qualitätsvolle Turnierpferde mit gutem Springvermögen.

Hals

Zwar ist der Hals nicht lang und elegant, aber ist gut geformt und paßt zum Rahmen.

Fohlen

Das langbeinige Nonius-Fohlen wird erst mit 6 Jahren erwachsen sein, dafür ist es aber ausgesprochen langlebig. Heute wird die Nonius-Zucht in Ungarn nur noch auf dem Gestüt Hortobagy betrieben, das Zuchtzentrum der Tschechoslowakei ist Topolcianky.

Rücken

Die Oberlinie, besonders der starke Rücken, entspricht dem Typ eines guten, mittelgewichtigen Jagdpferdes oder eines ausdauernden, gut vorwärtsgehenden Kutschpferdes.

Körper

Der Nonius ist ein sehr gesundes Pferd mit kurzen Gliedmaßen, guten Hufen und beachtlich straffen Proportionen. Die Gelenke sind korrekt, die Knochen mehr als zufriedenstellend, und die Pferde verfügen über eine gute Gurtentiefe.

Gangwerk

Das herausragende Merkmal dieser Rasse ist unbedingt Schnelligkeit, aber sie genügt den Ansprüchen eines Allround-Reit- und Fahrpferdes. Das Pferd hat viel Vorwärts und bewegt sich frei.

Hinterhand

Die Hinterhand ist immer stark, obwohl die Kruppe manchmal stark abfällt. Dennoch ist die Hinterhand zum Reiten und zum Fahren geeignet.

Kopf

Trotz des Vollbluteinflusses ist der Kopf der eines anständigen Halbblutpferdes. Das ruhige, ehrliche Aussehen des Nonius spiegelt seine willige Natur und sein angenehmes Temperament wider, welche hervorragende Merkmale dieser zähen und freundlichen Allround-Pferde sind.

Farben

Die häufigste Farbe ist kastanienbraun, aber es gibt auch Dunkelbraune und einige kastanienbraune Schattierungen.

Sorgfältige Zucht

Den unverwechselbaren Nonius-Typ erreichte man durch sorgfältige Rückkreuzung der Nonius-senior-Nachkommen aus Arabern, Lipizzanern, Normannen und englischen Halbblütern auf ihren Vater. Nonius senior starb 1832; im Jahre 1870 waren 2800 Hengste und 3200 Stuten als seine Nachkommen registriert. Zur Verfeinerung und zur Korrektur von Fehlern in der Gesamterscheinung kreuzte man Vollblüter ein.

Stockmaß

Der große Typus hat ein Stockmaß zwischen 1,53 und 1,65 m, der kleine ein Stockmaß um 1,53.

(aus Elwyn Hartley Edwards: Das grosse Pferdebuch, Bertelsmann Buchgemeinschaft © 1991)

 

zurück
 
Weiter